Bonitätsprüfung – wie die Auskunft über Bonität und Kreditwürdigkeit funktioniert

Wer einen Vertrag unterschreibt, muss sich häufig als zuverlässiger Vertragspartner beweisen. Das gilt für Kredite wie für Mietverträge. Aber auch Mobilfunkverträge, Gas- und Stromtarife sowie viele Finanzgeschäfte werden auf Basis einer positiven Bonität oder Kreditwürdigkeit getroffen. Jeder von uns muss sich im Laufe des Lebens mehrmals auf Zuverlässigkeit prüfen lassen. Selbst beim Online Shopping, bei Zahlungen per Kreditkarte oder Bestellungen auf Rechnung finden im Hintergrund Abfragen zur Bonität und Zahlungsfähigkeit statt.

DAS PROBLEM: Eine negative Bonität ist mit vielen Nachteilen im Alltag verbunden. Daher sollte jeder Verbraucher und jedes Unternehmen großes Interesse daran haben, die Bonität zu erhöhen und sie laufend positiv zu beeinflussen.

Aber was genau bedeutet Bonität? Wann und wie läuft eine Bonitätsprüfung ab? Welche Einträge wirken sich negativ auf die Bonität aus und welche positiv? Unser Informationsservice klärt sie über alle wichtigen Fragen rund um Auskunfteien und Bonitätsabfragen auf.

Zusammenfassung und FAQ: Die häufigsten Fragen und Antworten

Was ist Bonität?

Im allgemeinen wird Bonität als Zahlungsfähigkeit oder Kreditwürdigkeit definiert. Ob bei Kreditvergaben in Banken oder beim Online-Shopping: Sobald ein Kunde einen Betrag auf Rechnung oder in regelmäßigen Abständen zahlen muss, wird sein Zahlungsverhalten geprüft. Für die Bewertung der Kreditwürdigkeit fließen verschiedene Kriterien ein, anhand derer Vertragspartner die Rückzahlungssicherheit kontrollieren. Banken und Sparkassen, Vermieter oder Händler informieren sich im Rahmen einer Bonitätsabfrage darüber, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Kunden ihre Rechnung innerhalb der Zahlungsfrist begleichen. 

Bonitätsprüfung kurz zusammengefasst: Es kommt immer dann zu einer Bonitätsprüfung, wenn ein Vertrag mit Zahlungsverpflichtungen abgeschlossen wird. Wenn mindestens zwei Vertragspartner ins Geschäft kommen, bei denen ein Zahlungsempfänger die Zahlungsfähigkeit des Vertragspartners (Privatperson oder Unternehmen) prüfen möchte, wird eine Bonitätsprüfung, also eine Auskunftsabfrage bei einer Auskunftei durchgeführt.

Was sind Auskunfteien und wie arbeiten sie?

Auskunfteien sind privatwirtschaftliche Unternehmen, die über Informationen zu Zahlungsverhalten und Zuverlässigkeit bei Verträgen verfügen. Hierzu wurden Jahre lang Daten erfasst, gespeichert und nach bestimmten Kriterien bewertet.

Jede Auskunftei hat eine eigene Vorgehensweise bei der Erstellung und Aufbereitung von Einträgen. Wie genau die Einträge und Daten erhoben und ausgewertet werden, bleibt häufig ein Geschäftsgeheimnis.

Bonitätsprüfung ohne Schufa?

Die bekannteste Auskunftei in Deutschland ist die Schufa. Daher ist im Zusammenhang mit Bonitätsprüfungen oft die Rede von einer Schufa-Auskunft, vom Schufa-Eintrag bzw. „negative Schufa„.

Vorsicht! Einige Unternehmen im Kreditgeschäft bewerben ihre Produkte mit Aussagen wie „schufafreier Kredit“ oder „Kredit ohne Schufa„. Auch auf Werbung für Verträge „trotz Schufa“, etwa „Handyvertrag trotz negativer Schufa“ trifft man auf einigen Online Portalen.

➜ In den meisten Fällen meinen die Anbieter damit, dass ein Vertragsabschluss trotz negativer Schufa-Bewertung abgeschlossen werden kann, z.B. weil eine Schufa-Abfrage nicht stattfindet. Was viele Verbraucher und Kunden nicht ahnen: In der Regel wird trotzdem eine Bonitätsprüfung durchgeführt, beispielsweise bei einer anderen Auskunftei, also tatsächlich ohne die Schufa-Einträge direkt zu prüfen.

Welche weiteren Wirtschaftsauskunfteien neben der Schufa noch relevant sein können, wird weiter unten erläutert.

Bonitätsprüfung bei Privatpersonen 

Was wird geprüft? 

Folgende Daten werden als Bonitätsdaten bei Privatpersonen gespeichert: 

  1. Personendaten wie Name, Geburtsdatum und Geschlecht
  2. Zahlungserfahrungen, also Zahlungsunregelmäßigkeiten oder erfolgreiche und pünktliche Zahlungen (Erfahrungen mit Online Zahlungen zählen ebenfalls dazu)
  3. Inkassodaten (Rechnungen, die nach der zweiten Mahnung noch nicht beglichen sind)
  4. Gerichtsdaten 
  5. Insolvenzverfahren, wenn man Privatinsolvenz anmelden muss, weil die Zahlungsverpflichtungen nicht beglichen werden 
  6. Existierende Kreditverpflichtungen

Dazu gehören außerdem die Zahl der eröffneten Konten, laufende Verträge (z.B. Handyvertrag) oder offene Forderungen. Doch erhält man keine Auskunft über Daten zur aktuellen persönlichen Situation einer Person. So werden Einkommen, Job, Familienstand und Konfession nicht gespeichert. Aus diesem Grund kann auch eine Person mit gutem Einkommen einen schlechten Scorewert haben. 

Wie kommt der Bonitätsscore zustande? 

Die finanzielle Verfügungskraft wird nach dem Zahlungsverhalten in der Vergangenheit bestimmt und in Zahlen als Score angegeben. Dieser Score kann zwischen 0 und 1000 liegen. Allerdings variiert die Skala bei den Auskunfteien (bei Schufa liegt die Bonitätsskala zwischen 0 und 100). Haben Sie also einen hohen Score, so bedeutet es, dass Sie in der Vergangenheit Ihren Zahlungsverpflichtungen immer regelmäßig und fristgerecht nachgekommen sind. Weshalb sich also auch Ihre Chancen auf eine Wohnung oder einen Vertrags- und Kreditabschluss erhöhen. Sollten Sie einen sehr kleinen Scorewert aufweisen, deutet dies auf ein sehr schlechtes Zahlungsverhalten in der Vergangenheit hin. Der Bonitätswert 1 stellt allerdings eine Ausnahme dar. Bei Personen, die mit einer 1 gespeichert sind, liegen entweder zu dieser Zeit keine Daten vor oder sie sind vor kurzem erst umgezogen, aber noch nicht umgemeldet. Deswegen muss ein Bonitätswert von 1 nicht schlecht sein. 

Das bedeutet Ihr Score bei einer Bonitätsprüfung: 3 Beispiele

Bonitätsprüfung mit positivem ErgebnisWerte und Bedeutung
Scorewert994 – 1000
Rückzahlungswahrscheinlichkeit in Prozent 98,67
Bonitätsprüfung Hervorragend 
Bonitätsprüfung mit kritischem ErgebnisWerte und Bedeutung
Scorewert280 – 561
Rückzahlungswahrscheinlichkeit in Prozent 61,78
Bonitätsprüfung Ausbaufähig 
Bonitätsprüfung mit negativem ErgebnisWerte und Bedeutung
Scorewert0
Rückzahlungswahrscheinlichkeit in Prozent nicht anwendbar 
Bonitätsprüfung nicht anwendbar 

Faktoren, die eine negative Bonität beeinflussen

Ihr Verhalten ist entscheidend für das Ergebnis Ihrer Bonitätsprüfung. Sie können Ihre Bonität bei Schufa und Co. erhöhen, wenn Sie Verträge, Anträge und Abfragen bewusster angehen. Unten sind einige Beispiele, die zeigen, wie man den Bonitätsscore erhöhen kann.

Sollten Sie eine schlechte Bonität haben, könnte das an folgenden Ursachen liegen: 

  1. Sie haben zu viele Kreditanfragen gestellt. 

Problem: Zu viele Kreditanfragen in sehr kurzer Zeit deuten den Auskunfteien an, dass es Ihnen anscheinend schwer fällt, einen Kredit zu bekommen. Grund dafür können finanzielle Negativmerkmale sein. Daraufhin ergibt sich dann eine schlechte Bonität. 

Wie kann ich meine Kreditwürdigkeit erhöhen? Mit der bonitätsneutralen Konditionsanfrage können Banken ohne negative Folgen Ihre Bonität prüfen, ob Sie kreditwürdig sind. Es wird also empfohlen, dass Sie immer eine Konditionsanfrage, statt einer Kreditanfrage, beantragen lassen. 

  1. Höhere Ausgaben als Einnahmen 

Problem: Die sogenannte “Haushaltsrechnung” spielt ebenfalls eine große Rolle. Sie stellt Einnahmen und Ausgaben gegenüber und zeigt, wie viel Einkommen Sie bspw. für Kreditraten zur Verfügung hätten. Auch dieser Faktor sorgt dafür, dass Ihre Bonität sinkt. 

Wie kann ich meine Kreditwürdigkeit erhöhen? Es empfiehlt sich, die monatlichen Ausgaben zu dokumentieren und einen Sparplan aufzustellen. So sehen Sie genau, wie Sie am ehesten sparen können. Erkunden Sie sich bestenfalls einfach nach einer Selbstauskunft. Diese können Sie teilweise ganz einfach, schnell und kostenlos online beantragen. So können Sie sich einen eigenen Überblick verschaffen und wissen, woran Sie arbeiten müssen. 

  1. Sie zahlen Rechnungen nicht pünktlich. 

Problem: Offene Rechnungen, die nicht oder nicht pünktlich bezahlt werden, können für einen schlechten Bonitätswert sorgen. 

Wie kann ich meine Kreditwürdigkeit erhöhen? Versuchen Sie, Ihre Rechnungen immer rechtzeitig und mit vollem Betrag zu bezahlen, so hat dies einen positiven Einfluss auf Ihre Bonität. 

  1. Zu viele unnötige Kredite

Problem: Die Menschen greifen zu Krediten, wenn sie nicht genügend Geld für große Investments besitzen, wie beim Kauf eines Autos oder einer Wohnung, obwohl manche Kredite gar nicht zwingend notwendig sind. Denn eine 0%-Finanzierung wird bei der Bonitätsprüfung nicht negativ angerechnet. 

Wie kann ich meine Kreditwürdigkeit erhöhen? Verzichten Sie bestenfalls auf Konsumentenkredite oder versuchen Sie diese so schnell wie möglich zurückzuzahlen. 

  1. Fehlerhafte Bonitätsdaten 

Problem: Es kann ebenfalls passieren, dass die Auskunfteien Fehler dokumentieren. Mithilfe einer regelmäßigen Selbstauskunft können Sie die jeweilige Auskunftei kontaktieren und mögliche Fehler melden. Die Anforderung Ihrer Bonitätsdaten kann jedoch einige Wochen dauern. Dazu kommt, dass das Abfragen Ihrer Daten nicht immer kostenlos ist. Dies ist von Auskunftei zu Auskunftei unterschiedlich. 

Lösung: Lassen Sie falsche Einträge unverzüglich löschen. Weisen Sie auf Fehler frühzeitig hin und bleiben Sie auch bei negativer Antwort hartnäckig, wenn Sie glauben, dass ein negativer Eintrag zu Unrecht gespeichert wurde.

Welche Auskunftei ermittelt und prüft die Bonität? 

Der Vertragspartner, mit dem Sie ein Geschäft abschließen möchten, beantragt mit Ihrem Einverständnis eine Bonitätsprüfung bei Auskunfteien. Aus datenschutzrechtlichen Gründen ist es wichtig, dass Sie damit einverstanden sind, dass persönliche Daten über Sie abgefragt werden dürfen. Die Auskunfteien sammeln jahrelang Daten zu Ihrem Kaufverhalten und berechnen anhand dieser Informationen einen Bonitätsscore. Wie genau die Daten und Einträge erfasst, gespeichert und bewertet werden, ist meistens internes Betriebsgeheimnis der Auskunftei.

SCHUFA Holding AG – Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung 

Die Schufa ist die vielleicht wichtigste und größte Wirtschaftsauskunftei Deutschlands. Sie ist eine  Aktiengesellschaft, hat ihren Sitz in Wiesbaden und prüft die Bonität sowohl von Unternehmen, als auch von Privatpersonen. Die Schufa speichert über 943 Millionen Daten zu 67,7 Millionen Privatpersonen und zu 6 Millionen Unternehmen. Unter den 165 Millionen jährlichen Anfragen zur Kreditwürdigkeit gehören ca. 2,5 Millionen Anfragen zur Selbstauskunft. Eine Schufa Selbstauskunft kostenlos zu beantragen ist online möglich. 

Creditreform AG

Mit 167 Geschäftsstellen und 150.00 Mitgliedern ist Creditreform eine der größten Auskunfteien Europas. Durch die Creditreform International-Gruppe sind Bonitätsauskünfte auch über Unternehmen aus anderen Ländern außerhalb Deutschlands, etwa Österreich, Schweiz, Bulgarien, Kroatien, Serbien, Ungarn, Ukraine, Italien, Litauen, Luxemburg, Lettland, Polen, Rumänien, Russland, Großbritannien, Türkei, China und weiteren Nicht-EU-Ländern möglich.

Seit 2001 gehören weitere Unternehmensgruppen zur Holdinggesellschaft Creditreform AG. Diese sind beispielsweise: 

  • beDircet GmbH & Co. KG,
  • Creditreform Boniversum GmbH,
  • Creditreform Compliance Services GmbH,
  • Creditreform Rating AG oder 
  • ECOFIS GmbH

Crif Bürgel GmbH

Die Crif Bürgel GmbH hat ihren Unternehmenssitz in München und ist nicht nur eine deutsche Wirtschaftsauskunftei, sondern auch Dienstleister für Kredit- und Bonitätsinformationen, Kreditrisikomanagement, Betrugsprävention, Adressmanagement und Adressermittlung. Zusammen mit den verschiedenen Tochtergesellschaften wird die Crif Bürgel GmbH an 40 Standorten Deutschlands betrieben.

Bisnode AB

Die Bisnode AB ist eine große europäische Aktiengesellschaft für digitale Wirtschaftsinformationen und hat seinen Hauptsitz in Stockholm. Mit verschiedenen Tochterunternehmen ist die Bisnode AB in insgesamt 19 europäischen Ländern vertreten. Während Gesellschaften wie Schufa und Creditreform AG sich ausschließlich auf die Bonitätsprüfung spezialisieren, umfasst die Bisnode AB neben Kreditauskünfte und Informationen über Unternehmen und Verbraucher, auch Marketingtools und Informationen für den allgemeinen B2B (Business-to-Business)- und B2C (Business-to-Customer)-Markt. 

Experian

Experian hat seinen Sitz in Dublin und gehört mit seinen Kunden in über 90 Ländern zu den größten weltweiten Anbietern von Informationsdienstleistungen. Experian sorgt dafür, dass das Kreditrisiko verringert, Betrug vorgebeugt und gezieltes Marketing betrieben wird. 

Kann ich meine Bonität selbst prüfen lassen?

Sie haben das Recht, Ihre Bonität mit den gespeicherten Daten mindestens einmal im Jahr kostenlos bei allen Auskunfteien einsehen zu können. Daher ist Privatpersonen pro Jahr eine Schufa Selbstauskunft kostenlos erlaubt. Bei der Auskunftei “Creditreform AG” können Sie Ihre Bonitätsauskunft sogar jederzeit kostenlos online beantragen.

Wichtig: Mit der Einsicht in Ihre Daten und Einträge haben Sie zumindest theoretisch die Möglichkeit, Ihren Score bei den Auskunfteien zu verbessern und Ihre Chancen auf gute Kreditbedingungen erhöhen. Sie können nämlich Ihre Bonität positiv beeinflussen, wenn Sie falsche Einträge entdecken und deren Löschung beantragen. Werden negative Einträge gelöscht, hat dies Einfluss auf Ihren persönlichen Score. Durch die Löschung erhöhen Sie Ihre Bonität.

Die Selbstauskunft können Sie entweder per Post oder Online beantragen. Sollten Sie sich für den postalischen Weg entscheiden, müssen Sie zusätzlich eine Kopie Ihres Identifikationsausweises beilegen. So stellt die Auskunftei sicher, dass die Bonitätsauskunft nicht an Dritte vergeben wird. 

Bonität online prüfen lassen 

Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran. So finden viele Abrechnungen, Informationen, aber auch Benachrichtigungen kaum noch per Post statt. Online geht vieles einfacher, schneller und günstiger. So auch die Bonitätsprüfung. Neben den großen Auskunfteien wie Schufa, gibt es dennoch die Möglichkeit die eigene Bonität auch auf anderen Online-Plattformen kostenlos prüfen zu lassen. Dafür können Sie sich bei den meisten Anbietern einfach online, teils sogar kostenfrei, mit Ihren Adressdaten anmelden.

Anbieter wie bonify oder Immobilienscout24 werben mit sicherer, gebührenfreier und schneller Bonitätsabfrage. Kostenlos sind die Dienste häufig aber nur für eine begrenzte Zeit oder mit begrenzter und unvollständiger Auskunft. Wenn Sie Ihren Bonitötsscore per Post anfordern, sind Sie dazu verpflichtet, sich mit einer Kopie des Ausweises zu identifizieren. Diesen Weg müssen Sie ebenfalls online gehen. Ohne einen Nachweis Ihrer Identität wäre das Risiko zu groß, dass der Bonitätswert an Dritte weitergegeben wird. 

Wann wird eine Bonitätsprüfung durchgeführt? 

Die Bonitätsprüfung ist eine Beurteilung der Kreditwürdigkeit und wird durchgeführt, sobald Sie einen Kredit aufnehmen wollen oder andere finanzielle Verträge abschließen. 

Bonitätsprüfung für Kredite

Wenn Sie einen Kredit beantragen, ermittelt die Bank im Rahmen einer Bonitätsprüfung die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben, um festzustellen, ob sie für eine regelmäßige Zahlung einer Kreditrate ausreicht. Dabei werden ebenfalls die Lebenshaltungskosten und ein mögliches Sicherheitsvermögen berücksichtigt. Um das Zahlungsverhalten aus der Vergangenheit zu beurteilen, holt sich die Bank Informationen von den Auskunfteien ein.  

Bonitätsprüfung bei Autofinanzierung 

Eine Autofinanzierung in Ratenzahlung kann dann sinnvoll sein, wenn Sie zum Zeitpunkt des Kaufes über keine ausreichend finanziellen Mittel verfügen. Doch hat nicht jeder den Anspruch auf eine problemlose Autofinanzierung. Sobald Personen eine Anfrage auf Autofinanzierung gestellt haben, führt der Kreditgeber mit deren Zustimmung eine Bonitätsprüfung durch.

Weil keine aktuellen persönlichen Daten bei der Bonitätsprüfung gespeichert werden, verlangen viele Händler neben einer Bonitätsprüfung oft auch einen Einkommensnachweis. So werden Ratenzahlende dazu aufgefordert, mindestens zwei Lohnbescheinigungen und eventuell einen Arbeitsvertrag vorzulegen. Freiberufler und Selbstständige werden gebeten, den letzten Bescheid des Finanzamtes abzugeben. 

Je höher und besser Ihre Bonität ist, desto höher ist die Chance auf eine zinsgünstige Autofinanzierung. Sollten Sie einen durchschnittlichen oder schlechten Bonitätsscore haben, aber dennoch eine Bestätigung des Kredits erhalten, werden Sie möglicherweise feststellen, dass sich die Zinsen gegenüber dem ersten Angebot erhöhen.

Bonität beim Kauf auf Rechnung

Beim Online-Shopping ist es eine häufige Praxis, mehrere Artikel zu bestellen, sie auf Rechnung liefern zu lassen und im Nachhinein nur die Artikel zu bezahlen, die auch tatsächlich gekauft werden. Auch hierbei wollen die Händler sicher gehen, dass der Betrag fristgerecht bezahlt wird. Deshalb wenden sich Online-Händler entweder an Auskunfteien oder an Payment-Service-Provider wie Klarna oder PayPal.

Die Zahlungsabwickler Klarna und PayPal übernehmen dabei die finanzielle Abrechnung und damit auch die Bonitätsprüfung für Online-Händler. Ergibt diese ein positives Ergebnis, können Sie problemlos in Online Shops auf Rechnung kaufen oder Ratenfinanzierungen vereinbaren. Bei negativer Bonitätsprüfung wird die Zahlung verweigert oder an strenge Bedingungen geknüpft, etwa Sofortüberweisung, Vorkasse oder Begleichung der Rechnung per Überweisung innerhalb einer kurzen Frist. 

Bonitätsprüfung bei Immobilienfinanzierung 

Beim Kauf einer Immobilie spielt die Kreditzusage der Bank die bedeutendste Rolle. Damit Sie eine Kreditzusage erhalten, ist es für die Bank wichtig, dass die Einkommensnachweise und die Perspektiven für eine gesicherte Zahlung des Darlehens garantiert sind. Seit 2016 wurde das Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) verabschiedet. Grund dafür ist, dass der Verbraucherschutz in den EU-Staaten verbessert werden soll und man somit verhindern will, dass sich die Menschen bei der Immobilienfinanzierung überschätzen.

Das Gesetz stellt also höhere Anforderungen an die Bonitätsprüfung für die Baufinanzierung. Die Kreditwürdigkeit wird jetzt nicht nur anhand des Bonitätsscores geprüft, sondern ebenso auf der Basis des Einkommens und des frei verfügbaren Vermögens. Somit verliert die Immobilie selbst an Bedeutung. Um zu verhindern, dass es dennoch zu verfälschten Kreditvergaben kommt, können auch Banken dafür haften, wenn Sie die Bonität eines Kunden falsch einschätzen. 

Bonitätsprüfung für Mieter: Warum fordern Vermieter eine Mieterselbstauskunft?

Der Wohnungsmarkt in Deutschland wird immer schwieriger. Das stellt vor allem in den Großstädten ein Problem dar. Neben Bewerbungen schreiben und Besichtigungen mit ca. 40 anderen Interessenten, gehört allerdings noch viel mehr dazu. Bevor der Vermieter eine Wahl trifft, möchte er häufig eine Bonitätsprüfung beim zukünftigen Mieter durchführen lassen. Er möchte Informationen über die Zahlungsfähigkeit, Kreditwürdigkeit und Zuverlässigkeit des Mieters abfragen.

Bevor Vermieter Ihre Bonität bei Auskunfteien anfragen, fordern Sie meistens eine Mieterselbstauskunft, aber warum? In der Mieterselbstauskunft geben Mieter freiwillige Daten zu persönlichen, familiären und wirtschaftlichen Informationen an. So haben Vermieter die Möglichkeit, künftige Mieter besser in ihrem Zahlungsverhalten einschätzen zu können. Die Bonitätsprüfung kann der Vermieter allerdings nicht ohne das Einverständnis des Mieters durchführen. Diese Genehmigung holt sich der Vermieter oftmals über eine Einwilligung im Kleingedruckten ein. Auch hier gilt, dass Fragen zur ethnischen Herkunft, Schwangerschaft, politischen Haltungen, sexuellen Neigungen, Rauchverhalten, Behinderungen oder anderen persönlichen Fragen nicht erlaubt sind. 

Bonitätsprüfung bei Unternehmen 

Wie läuft eine Bonitätsprüfung bei Unternehmen ab?

Unternehmen, die mit anderen Geschäftspartnern zusammen arbeiten, werden ebenso wie Privatpersonen auf die Bonität geprüft. So können Geschäftspartner finanzielle Risiken minimieren und Zahlungsausfälle vorbeugen. Dennoch gibt es ein paar Unterschiede zur gewöhnlichen Prüfung der Kreditwürdigkeit bei Privatpersonen. Die Bonität von kleinen bis mittleren Unternehmen wird ebenfalls von Auskunfteien geprüft. Bei großen Unternehmen wird die Solvenz von speziellen Ratingagenturen bewertet, welche ebenfalls die Bonität von Staaten bestimmen. 

Bonitätsprüfung bei kleinen Firmen 

Bei kleinen bis mittelständischen Unternehmen sammelt die Auskunftei Informationen über das vergangene Zahlungsverhalten und berechnet aus diesen Fakten die zukünftige Kreditwürdigkeit und Zahlungswahrscheinlichkkeit. So wissen Vertragspartner im Voraus, ob sie mit einem kreditwürdigen Unternehmen zusammenarbeiten oder nicht. 

Im Vergleich zu Privatpersonen spiegelt ein kleiner Bonitätsscore eine gute Bonität wieder, wie Sie in folgender Darstellung von Creditreform Boniversum erkennen können: 

Risikoklasse I
BewertungUnternehmen mit sehr guter bis guter Bonität 
Score 100-212
Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls bis 0,3%
Risikoklasse VI
BewertungUnternehmen mit sehr schlechter Bonität 
Score 358-600
Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls ab 8%

Bonitätsprüfung bei großen Firmen  

Bei großen, meist börsennotierten, Unternehmen erfolgt die Bonitätsprüfung durch Ratingagenturen (Investmentbanken) wie zum Beispiel Moody’s oder Standard & Poor’s. Die Bonität wird als sogenanntes “Investment Grade” ausgedrückt. Wie gut ein solches “Investment Grade” ist, wird auf einer allgemeinen Skala wiedergegeben.

Diese Skala variiert zwar unter den einzelnen Ratingagenturen und Banken, aber weist dennoch ähnliche Abstufungen auf. Die Bonitätsprüfung wird folgendermaßen durch Ratingagenturen und Banken dargestellt:

AgenturInvestment GradeRating
S&PPrime AAA
FitchPrime AAA
Moody’sPrime Aaa
AgenturInvestment GradeRating
S&PHigh grade AA+
FitchHigh grade AA+
Moody’sHigh grade Aa1
AgenturInvestment GradeRating
S&PIn default D
FitchIn default D
Moody’sIn default C

Nicht nur Unternehmen und ihre Anleihen (Unternehmensanleihen), sondern auch Staaten und ihre Anleihen (Staatsanleihen) werden geprüft und bewertet. Die Bewertung von Anleihen wird auch Bond credit rating genannt.

Deutschland wird durch die drei größten Ratingagenturen mit dem höchsten Rating AAA beurteilt. Damit genießt das Land die beste Bonität und ist äußerst zuverlässig für Kreditgeschäfte. Daher erhält die BRD bei Aufnahme von Krediten sehr günstige Zinsen und Zahlungskonditionen.

Geprüfte Daten bei Unternehmen 

Unternehmen werden auf folgende Daten geprüft: 

  • Insolvenz- und Inkassoinformationen 
  • Bonitätsinformationen 
  • Firmenhistorie 
  • Branche 
  • Muttergesellschaft und Beteiligungen 
  • Bilanz 

Wann werden negative Einträge bei Auskunfteien gelöscht?

Auskunfteien speichern Ihr ganzes vergangenes Zahlungsverhalten, welches sich dann auf Ihre Kreditwürdigkeit auswirkt. Auf einer Bonitätsskala können Sie feststellen, ob Sie einen positiven oder negativen Bonitätsscore haben. Die meisten Personen machen sich vor allem dann Sorgen, wenn ihr Bonitätswert sehr niedrig ist und Ihre Chance auf einen Kredit somit sinkt. Doch keine Angst, die Informationen über eine Person werden nur für einen bestimmten Zeitraum festgehalten. Üblicherweise werden die Einträge 3 Jahre nach der Erledigung gelöscht, doch gibt es auch Ausnahmen:

Sofortige Löschung Daten, die veraltet, falsch oder unvollständig sind, müssen nach Aufforderung sofort gelöscht und korrigiert werden.
Löschung nach taggenau 12 Monaten Kreditanfragen werden für 12 Monate gespeichert, sind aber noch die nächsten 10 Tage für alle Partner der Auskunftei sichtbar. (Das kann sich bei mehreren Kreditanfragen vervielfachen.) Konditionsanfragen werden sofort taggenau nach 12 Monaten gelöscht. 
Löschung nach taggenau 3 Jahren Informationen über fällige und unbestrittene Forderungen werden so lange gespeichert, bis deren Ausgleich bekannt gegeben wurde. Nach 4 Jahren wird die Information auf Erledigung und Ausgleich geprüft. Wird der Ausgleich bekannt gegeben, erfolgt die Löschung dieser Informationen taggenau 3 Jahre danach.